17. October 2006 / Shooting Range

An diesem Dienstagabend sind Andreas, Stefan und Marc (2 Bayern und ein Franke, aber trotzdem alles gute Siemens-Kollegen) und ich zusammen zu einer so genannten Shooting Range gefahren. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung, bei der man mit Waffen jeglicher Art auf einem eigenem Schießstand rumballern kann oder sich einfach nur mit neuen Waffen eindeckt. Soetwas gibt es hier in Georgia ungefähr so häufig wie in Ostwestfalen-Lippe McDonalds. Wie abgesprochen haben wir uns voher mit schwarzen Anzüge, Kravatten und Sonnenbrillen stilecht angezogen.... Wenn man hier drüben etwas lernen kann, dann das eine gute Show die halbe Miete ist...

Wir wurden von einem grauhaarigen Opa, der über seinem runden Schmierbauch ein abgewaschenes rotes T-Shirt trug, empfangen. In seiner Blue-Jeans stecke ein scharfer Colt. Die ganze Ladenfläche bestand aus Waffenhaltern und Vitrinen. Die meisten freizugänglich und nicht gesichert. Selbstbedienung vorprogrammiert… Einfache Pistolen bekommt man schon ab ca. $400.00. Eine unbenutzte Kalaschnikow kostet $680.00 . Die reinsten Schnäppchen wenn man bedenkt, dass ein Nachbar gestern von 3 Schwarzen mit Pistolen überfallen wurde. Schüsse sind auch gefallen. Und das hier mitten in unserem Yuppie-Viertel. So langsam verstehe ich warum sich die Amis dagegen wehren ihre Waffen abzugeben: Nicht weil einfach jeder eine hat! NEIN, die haben alle MINDESTENS eine!

Nach einer 95 sekündigen Einführung wurden wir mit einer Walther P99 (9mm) und 2 Schachteln voll mit Patronen auch schon auf unseren Schießstand losgelassen. Der nette Vietnam-Veteranen (in den 80ern auch aktiv als Personenschützer in Mittel-, und Südamerika, Bezahlung pro Überlebendem…) wies uns freundlich darauf hin, dass wir uns einfach melden sollen, wenn wir noch was wissen wollten… Falls wir irgendwelche anderen Colts oder Revolver haben wollten, kein Problem. Auf der Suche nach unserer Shooting Lane haben wir uns prompt ins Lager verlaufen (natürlich nicht gekennzeichnet und unverschlossen.... ^^)

Nachdem wir 4 Studenten und Kriegsdienstverweigerer herausgefunden hatten wo unsere Lane sich versteckt hatte und wie man diese kleinen Patronen in diese verdammt unpraktischen Magazine bekommt, konnte der Spass losgehen. Die Walther wurde schnell langweilig und so wurde auf einen 1911 Colt umgestiegen. Wesentlich handlicher als die Walther. Allerdings auch mit $1000.00 recht teuer. Geendet hat das Vergnügen dann mit einer 44er Magnum. Das Ding ist ein regelrechter Raketenwerfer! Beim Abdrücken hört man einfach nur BUUUUUUUUUUUUUUUUUUM und spürt wie einem die Arme ruckartig hochgerissen werden. Präzision interessiert niemanden, der mit so einem Monster schießt.
Knapp 2 Stunden und viel Adrenalin später hat der Laden leider auch schon dicht gemacht. Auf der Rechnung standen für jeden gut $30.00.

Donnerstags ist immer „Ladies Night“ in der Shooting Range in der Peachtree Industial Street. Das bedeutet Frauen dürfen den ganzen Abend umsonst schießen! Auch eigene Maschinengewehre (M60 & Co. Dürfen gerne mitgebracht werden).

Alles in allem haben wir ganz schön gestaunt, wie leichtfertig mit Waffen in diesem Land umgegangen wird. Die M4, AK47, UZIs, Remmingtons usw. konnte man übrigens gegen hinhalten seiner Kreditkarte gleich mitnehmen... Wirklich total verrückt! Ich bin heilfroh, dass das Zuhause in Deutschland anders gehandhabt wird!

Einmal auf einer Shooting Range Krach machen, ist unter dem Strich trotzdem eine tolle Erfahrung und empfehlenswert für jeden der so was noch nicht gemacht hat, aber die Gelegenheit dazu bekommt. Regelmäßig braucht das allerdings keiner (oder ein Gang zum Psychologen sollte in Erwägung gezogen werden… Wir werden höchstens kurz vor dem Heimflug noch einmal vorbeischauen...

Aus pädagogischen Gründen wird an dieser Stelle auf Bildmaterial verzichtet!

24.10.06 05:01

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