Samstag 07.10.

Hallo zusammen,

die erste Woche in Atlanta ist auch schon wieder rum und es ist einiges passiert:

Der Flug von Andrea, Andreas, Bastian und mir verlief trotz 30-minütiger Verspätung beim Start recht angenehm. Schön war vor allem, dass diesmal nur kleine Wölkchen am Himmel waren, so dass man einen herrlichen Blick über die Landschaft genießen konnte. Dabei fällt einem über Deutschland sofort auf, dass jeder Quadratzentimeter genutzt zu sein scheint. Überall nur Strassen, Felder und Städte. Die Städte schienen, durch Dörfer verbunden, fast ineinander überzugehen, während unsere Wälder aus der Luft wie kleine Vorgärten der Städte wirken.

Ein paar Mahlzeiten, Filme und Warsteiner später haben wir dann endlich das amerikanische Festland erreicht. Schon auf Anhieb war erkennbar, dass hier im Osten der USA einiges anders ist als bei uns. Endlose Weiten, geschwungene Flüsse, riesige Gebirgszüge und ganz einsam in den endlos scheinenden Wäldern und Wiesen plötzlich winzig wirkende Städte.

Weniger malerisch war die Ankunft in Atlanta. Nachdem die Kontrollen von uns allen erfolgreich passiert wurden, ging es zum Kofferband. Die Spannung war bei mir besonders groß, ob alle Koffer tatsächlich auch erfolgreich hier in Atlanta angekommen sein würden. Schließlich hatte mir in der vergangenen Praxisphase im August ein Kollege gesagt, dass ca. 10% der Koffer von den Flughafen-Molochen einfach verspeist werden und dann für immer verschollen seien... Wir waren zu 6. mit 11 Koffern! Wer an Statistiken glaubt, ahnt schon, dass es Probleme geben könnte.

Und tatsächlich nach langem warten, bangen und hoffen stand fest, dass einer der beiden Koffer von Andreas’ seinen Weg nicht nach Atlanta gefunden hat. Nun trat amerikanische Bürokratie auf den Plan und das Formulare ausfüllen begann […].

Nachdem auch der Passierschein A38 zur Zufriedenheit des Flughafenpersonals ausgefüllt war und sich alle einige waren, dass der verschwundene Koffer nicht auffindbar war, konnte es dann Richtung Apartments gehen.

Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an Franzi, Barbara, Andre und Dirk fürs abholen vom Flughafen!

Auf den bis zu 6-spurigen Beton-Highways fällt einem auf den ersten Blick auf: Es gibt kaum Trucks. Es ist mir bis heute ein Rätsel, wie hier die ganzen Waren und Güter transportiert werden. Alleine schon um die ganzen gut besuchten Fastfood-Restaurants, die durchschnittlich alle ¼ Mile am Straßenrand mit bunter Leuchtreklame auf sich aufmerksam machen, zu beliefern, müssten eigentlich geschätzte 2 Spuren der Highways durchgängig mit Trucks – voll geladen mit Hackbraten, Chicken, Turkey und Ham - blockiert sein. Auch von der ansässigen Industrie ist auf den Strassen erstaunlicherweise nichts zusehen. Dafür fahren quasi nur dicke Autos durch die Gegend. Die kleinsten Autos, die man hier ab und zu mal zu sehen bekommt, sind der A3, Golf 5 oder der Mini. Ansonsten findet man nur neue Limousinen, Pickups und jede Menge SUVs. Einige der Fahrzeuge hier erinnern eher an futuristische Panzer als an PKWs. Doppelachsen, Doppelbereifung, Spurverbreiterungen, über 6,50 Meter Länge, getönte Scheiben und Chrom ohne Ende gehören hier zum Alltag. Eine Corvette oder ein Mustang fallen in der Vielfalt kaum auf. Autos wie der Hummer 2 werden hier von Studenten zugefahren. Gerne auch als Stretch-Limo…

Aber auch die Fahrt vom Flughafen zu den Apartments verlief leider nicht für alle ohne Komplikationen: Franzi hatte es gewagt mit einem der Rental-Cars auf den Parkplatz der Mietwagenfirma zu fahren (damit Andrea sich ein Auto für die Zeit hier leihen konnte), dass leider nicht auf ihren, sondern auf Barbaras Namen angemeldet war. Das fand die Mietwagenfirma weniger witzig und forderte eine Bestätigung von Franzi, dass Barbara ihr das Auto überlassen habe. Unglücklicherweise waren Andrea und Barbara mit dem neuen Leihwagen schon längst wieder unterwegs und hatten ihre Handys bei Franzi im Auto liegen gelassen… oO

Viele aufgeregte Telefonate später stand fest, dass Franzi weder ausgewiesen, gehängt, noch als Schwerkriminelle verhaftet werden würde, sondern mit dem Auto von Barbara endlich die Heimfahrt nach Alpharetta (der Vorort von Atlanta, wo unsere Apartment-Häuser stehen) antreten konnte. Jennifer Pearson, unserer Team Assistentin bei Siemens sei Dank!

In der Wohnanlage angekommen hieß es dann gleich schon wieder fertig machen für die anstehende Farewell-Party einiger Kollegen, die hier ihren Abschied feierten. Ein gelungener Abschluss für einen langen und interessanten Tag an dessen Ende jeder froh war, endlich ins Bett zu dürfen.


Bald schon mehr!

Grüße,

Helge

15.10.06 22:07

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen
Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung