Wochenende 10. -12. November

Donnerstag: Bowlen

Schon wieder ist eine Woche rum. Die Zeit fliegt hier einfach nur an einem vorbei. Am Donnerstag waren wir Studenten wie immer Bowlen. Mittlerweile versucht der Grossteil nicht mehr bloß alle Pins umzuschmeißen, sondern das ganze nebenbei auch noch mit einem gewissen Style zu schaffen. Das bedeutet im Idealfall, dass die Kugel vom Zeitpunkt ihres Abwurfs bis zum Aufprall nicht einfach in einer geraden Linie auf die Pins zudonnert, sondern stattdessen einen großen Bogen beschreibt, also mit jede Menge Spin auf die Mitte der Bahn geworfen wird, nach außen steuert, an der Rinne entlangtänzelt, um dann im letzten Moment zur Mitte der Pins abzudrehen und schön diagonal durch die Pins zu fräsen.

Erste Versuche von mir endeten mit 8 Pumpen in Folge, und geschwollenen Fingern, aber nach 2 Stunden Quälerei lief es dann von mal zu mal besser und am Ende hat es sogar hin und wieder zu Strikes und Spares gereicht. Coole Sache! Vielen Dank noch mal an Franzi, Barbara, Basti & Co. für ihren fanatisch-mentalen Beistand…. Ohne in würde ich jetzt immer noch Bowlen wie ein Weißbrot…

Freitag: P. Diddy

Wie immer entschied sich die Abendplanung recht spontan, als uns (Stefan, Marc, Andi H, Andy K un dich),durch einen glücklichen Zufall und einem netten Kollegen die Nachricht erreichte, dass P. Diddy im Club „um die Ecke“ (nach amerikanischen Maßstäben) eine Party hostet. Mit Ausdrucken von gewissen Emailpässen wurde freier Eintritt versprochen. Also sind wir natürlich hingefahren, um mal richtig in die Hiphop-Kultur reinzuschnuppern. Als wir das Compound erreichten (ein richtig cooler Schuppen! Siehe http://www.compoundatl.com/) begann der Stau 3 Blocks entfernt. Die ganzen Strassen im Umkreis waren verstopft mit Stretch, Mercedes SLRs, Bentleys, getunten Cadillacs & ähnlichem mehr. Die Schlange vor dem Club war ca. 1,5 Kilometer lang, und bestannt laut Radiodurchsagen aus ca. 5000 Leuten. Davon waren ca. 4995 schwarz, 3 Südamerikaner und 2 Weiße. Wir waren also nicht die einzigen Vanilla-Faces die sich hinein wagten…. Ein Parkplatz an der Strasse war für 20 $ bis 50 $ zu haben. Wir armen Studenten sind natürlich ein paar Strassen tiefer in das Viertel gefahren und haben unser Auto da stehen gelassen.

Mit den Emailpässen sind wir dann nach NUR 20 Minuten warten in den Club gelangt, da wir uns an einer gesonderten Schlange anstellen konnten, die wesentlich kürzer war.

Drinnen gab es dann Party vom feinsten. Nette Leute, super Stimmung und Musik vom feinsten. Nicht zu vergleichen mit Diskos in Deutschland wo Black Music gespielt wird. Und niemand hat sich an den Deutschen gestört; im Gegenteil!

Irgendwann ist dann schließlich der P. Daddy mit seinen 50 großen, schwarzen Freunden aufgetaucht und hat cool mit Sonnenbrille, Cap und Goldkette rumgestanden. Viel mehr brauchte er nicht leisten, um die Menge zum ausflippen zu bringen… (siehe Bilder) Völlig unbeeindruckt von dem Treiben um ihn herum har er mit seinen Kumpels gequatscht, während wir uns bis auf 2 Meter rangearbeitet haben.

Der Abend endete mit einer riesigen Schlägerei direkt vor unseren Füßen. Recht unfaire Sache: 50 gegen einen…. Wir waren nur froh, dass es nicht weiter ausgeartet ist und wir nicht in der Haut des armen Kerls steckten, auf den selbst beim Versuch wegzurobben weiter eingeschlagen und getreten wurde… Ansonsten alles im allen eine prima Party, aber leider mit einem unrühmlichem Ende… Hat mich irgendwie an die WM erinnert…

Bei der Suche nach unserem Auto hat Stefan diesmal nicht bei der erstbesten vorbeifahrenden Stretch die Hintertür aufgerissen, keine leichttbekleideten Frauen haben kreischend die Tür anschließend wieder zugerissen, und wir mussten diesmal nicht vor einem schwarzen Bären von Chauffeur davonlaufen... wie zuletzt...

Samstag: NBA, T.I. Konzert, Cheetah

Gleich nach dem Aufstehen, Duschen und einem Häufchen Kellogs ging’s schon wieder mit den üblichen Verdächtigen los zur Phillips-Arena. Mal wieder NBA (letzte Woche hatten wir erfolgreich gegen die Orlando Magics gewonnen). Unglücklicherweise haben die Hawks gegen die Seattle Supersonics nach Verlängerung 113 : 112 verloren. Und das 2 Sekunden vor schluss... Diesmal sind aber wir hauptsächlich zum Spiel gegangen, da es für die Eintrittskarten ein kleines Gratiskonzert von T.I. gab. Das ist einer der vielen populären Rapper aus Atlanta, die zur Zeit die U.S. Charts aufmischen. Nebenbei kam man anschließend for free ins Cheetah hineinkam, “the hottest Club in the Dirty South”. Kurz gesagt: Der Club hat gehalten, was er versprochen hat. Das gilt nicht nur für das 5* Hotel-Ambiente und den Einparkservice […]http://www.thecheetah.com/gallery/

Sonntag:

Das Wochenende war mal wieder eins von ganz erholsamer Sorte. Der Sonntag begann wie der Samstag: Aufstehen, Duschen, Frühstück und schon saßen wir wieder im Auto, auf dem Weg zu einem Basketball Platz. Der Platz war nur wenige Minuten entfernt und absolut top. Leider wurden wir beim Stand von 12 : 12 auch schon wieder von einem gewissenhaften Wachmann vertrieben, da der Platz zum Privatbesitz einer hiesigen Firma namens Horizon gehörte. Allerdings spielt dort niemals jemand der Angestellten. Das ist so unfair….

Kurzerhand gings dann ein paar Meilen weiter ins Mexikanerviertel. Nachdem wir uns gerade wieder ein wenig warm gespielt hatten, wurden wir auch schon von 5 kleinen Mexikanern zu einem Match herausgefordert. Im durchschnitt waren sie 1,55 Meter und schätzungsweise 17…. Man haben die uns rund gemacht… lol. Zwar haben wir „nur“ ca. 10 zu7 verloren, aber das kam ausschließlich dadurch, dass unsere Gegner nicht mehr an den Ball kamen wenn wir ihn ersteinmal irgendwie in die Nähe ihres Bretts geschafft hatten. So hatten wir dann manchmal 3-4 Versuche in Folge um diesen riesen Ball durch diesen viel zu kleinen Korb zu bugsieren… Hat trotzdem Spass gemacht, aber nächstes mal sollten wir mit denen besser Fußball spielen!

Nach dem Spiel, mussten wir uns schon wieder beeilen um noch rechtzeitig zu der Aftershowparty von Snoop Doggy Dog, P. Diddy & Co. zu kommen. Diesmal waren wir wirklich die einzigen Weißen in dem Club unter den Gästen. Diesmal war alles viel entspannter. Das auftreten der hiesigen Rapp-Stars brachte die Menge diesmal nicht aus der Fassung. Nicht ein einziger machte ein Photo (vermutlich hat das einfach keiner gewagt). So kam es das wir schon wieder mit dem P. Diddy und seinem Hofstaat in nem Club abgehangen haben. Sehr chilliger Abend mit ein paar Höhepunkten:

Rest Rooms:

Der Eingang der Örtlichkeiten wurde von 3 großen, breiten Gangstern in Bomberjacken bewacht. Trotz mulmigen Gefühls in der Magengegend, war dies die einzige Möglichkeit sich zu erleichtern. Also bin ich rein.

Drinnen dann das unglaubliche. Die Türen der Toiletten abmontiert, vor den Pissoirs kauerten 6-7 echt fies aussehende Schwarze im Kreis auf dem Boden und würfelten (vermutlich wurde Craps gespielt).. Zwischendurch flogen immer wieder dicke Bündel 20$-Noten in die Mitte. Da wurden Monatslöhne und Kleinwagen verzockt….. Drumherum standen ein paar weitere Bomerjacken, die permanent die Lage checkten und mit humorlosem Blick den Eingang beobachteten. Kurze Zeit später bin ich Gott sei dank erfolgreich und lebend wieder zu den anderen gestoßen.

Beim rausgehen aus dem Club zu später Stunde:

Zuerst fragten uns die völlig verblüfften Türsteher beim rausgehen, ob wir zur Band gehören würden. Band? Welche Band? Da gab’s keine Band! Nur Rapper! Und da gehörten wir wohl definitiv nicht zu Ganz schön verpeilte Typen, aber vermutlich waren sie nur so überrascht ein paar Vanilla Faces zu sehen, die (lebend) aus dem Club spazierten. 5 Meter weiter ärgerte sich eine Gruppe weiterer Schwarzer als sie uns sahen „Wow, man! Look, even some white guys have been in da club! And we daunt get in? DAMN!” Der Preis hat sich von umsonst auf ungalubliche 100$ für den Eintritt gesteigert. Und das bloß weil P. Diddy, Snoop Dog & Co. uns schon wieder gefolgt sind! Diese verdammten Stalker! Auf unserem geparktem Auto lagen netterweise ein haufen Alben rum. auch das neue von Snoop Dog, was erst im März rauskommt... Naja, kann man mal gehört haben, muss man aber nicht..

Über den Montagmorgen erzähle ich besser mal nichts…

Liebe Klopxeichen: gebt mal Gas mit eurem Album! Kanns kaum erwarten und vermutlich ist das das einzige, was mich jetzt noch vor dem HipHop retten kann!

H.

16.11.06 05:40

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