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Erster Eindruck...

Hier zur Erinnerung an das schöne Lipperland....

 


...und das hier unten ist jetzt mein neues Zuhause...

 

oder so ähnlich...

Später mehr,

Helge

2 Kommentare 6.10.06 02:29, kommentieren

Samstag 07.10.

Hallo zusammen,

die erste Woche in Atlanta ist auch schon wieder rum und es ist einiges passiert:

Der Flug von Andrea, Andreas, Bastian und mir verlief trotz 30-minütiger Verspätung beim Start recht angenehm. Schön war vor allem, dass diesmal nur kleine Wölkchen am Himmel waren, so dass man einen herrlichen Blick über die Landschaft genießen konnte. Dabei fällt einem über Deutschland sofort auf, dass jeder Quadratzentimeter genutzt zu sein scheint. Überall nur Strassen, Felder und Städte. Die Städte schienen, durch Dörfer verbunden, fast ineinander überzugehen, während unsere Wälder aus der Luft wie kleine Vorgärten der Städte wirken.

Ein paar Mahlzeiten, Filme und Warsteiner später haben wir dann endlich das amerikanische Festland erreicht. Schon auf Anhieb war erkennbar, dass hier im Osten der USA einiges anders ist als bei uns. Endlose Weiten, geschwungene Flüsse, riesige Gebirgszüge und ganz einsam in den endlos scheinenden Wäldern und Wiesen plötzlich winzig wirkende Städte.

Weniger malerisch war die Ankunft in Atlanta. Nachdem die Kontrollen von uns allen erfolgreich passiert wurden, ging es zum Kofferband. Die Spannung war bei mir besonders groß, ob alle Koffer tatsächlich auch erfolgreich hier in Atlanta angekommen sein würden. Schließlich hatte mir in der vergangenen Praxisphase im August ein Kollege gesagt, dass ca. 10% der Koffer von den Flughafen-Molochen einfach verspeist werden und dann für immer verschollen seien... Wir waren zu 6. mit 11 Koffern! Wer an Statistiken glaubt, ahnt schon, dass es Probleme geben könnte.

Und tatsächlich nach langem warten, bangen und hoffen stand fest, dass einer der beiden Koffer von Andreas’ seinen Weg nicht nach Atlanta gefunden hat. Nun trat amerikanische Bürokratie auf den Plan und das Formulare ausfüllen begann […].

Nachdem auch der Passierschein A38 zur Zufriedenheit des Flughafenpersonals ausgefüllt war und sich alle einige waren, dass der verschwundene Koffer nicht auffindbar war, konnte es dann Richtung Apartments gehen.

Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an Franzi, Barbara, Andre und Dirk fürs abholen vom Flughafen!

Auf den bis zu 6-spurigen Beton-Highways fällt einem auf den ersten Blick auf: Es gibt kaum Trucks. Es ist mir bis heute ein Rätsel, wie hier die ganzen Waren und Güter transportiert werden. Alleine schon um die ganzen gut besuchten Fastfood-Restaurants, die durchschnittlich alle ¼ Mile am Straßenrand mit bunter Leuchtreklame auf sich aufmerksam machen, zu beliefern, müssten eigentlich geschätzte 2 Spuren der Highways durchgängig mit Trucks – voll geladen mit Hackbraten, Chicken, Turkey und Ham - blockiert sein. Auch von der ansässigen Industrie ist auf den Strassen erstaunlicherweise nichts zusehen. Dafür fahren quasi nur dicke Autos durch die Gegend. Die kleinsten Autos, die man hier ab und zu mal zu sehen bekommt, sind der A3, Golf 5 oder der Mini. Ansonsten findet man nur neue Limousinen, Pickups und jede Menge SUVs. Einige der Fahrzeuge hier erinnern eher an futuristische Panzer als an PKWs. Doppelachsen, Doppelbereifung, Spurverbreiterungen, über 6,50 Meter Länge, getönte Scheiben und Chrom ohne Ende gehören hier zum Alltag. Eine Corvette oder ein Mustang fallen in der Vielfalt kaum auf. Autos wie der Hummer 2 werden hier von Studenten zugefahren. Gerne auch als Stretch-Limo…

Aber auch die Fahrt vom Flughafen zu den Apartments verlief leider nicht für alle ohne Komplikationen: Franzi hatte es gewagt mit einem der Rental-Cars auf den Parkplatz der Mietwagenfirma zu fahren (damit Andrea sich ein Auto für die Zeit hier leihen konnte), dass leider nicht auf ihren, sondern auf Barbaras Namen angemeldet war. Das fand die Mietwagenfirma weniger witzig und forderte eine Bestätigung von Franzi, dass Barbara ihr das Auto überlassen habe. Unglücklicherweise waren Andrea und Barbara mit dem neuen Leihwagen schon längst wieder unterwegs und hatten ihre Handys bei Franzi im Auto liegen gelassen… oO

Viele aufgeregte Telefonate später stand fest, dass Franzi weder ausgewiesen, gehängt, noch als Schwerkriminelle verhaftet werden würde, sondern mit dem Auto von Barbara endlich die Heimfahrt nach Alpharetta (der Vorort von Atlanta, wo unsere Apartment-Häuser stehen) antreten konnte. Jennifer Pearson, unserer Team Assistentin bei Siemens sei Dank!

In der Wohnanlage angekommen hieß es dann gleich schon wieder fertig machen für die anstehende Farewell-Party einiger Kollegen, die hier ihren Abschied feierten. Ein gelungener Abschluss für einen langen und interessanten Tag an dessen Ende jeder froh war, endlich ins Bett zu dürfen.


Bald schon mehr!

Grüße,

Helge

15.10.06 22:07, kommentieren

9. - 12. Oktober

Die erste Woche war sehr abwechslungsreich. Täglich von 9 – 18 Uhr arbeite ich mit einem SAP-Tool namens eCATT daran SAP-Transaktionen im Sales & Delivery Modul zu automatisieren, um bestehende SAP-Systeme von Kunden wie Siemens Building Technologie oder Siemens Energie & Automation nach so genannten Hotpackeges auf Fehlerfreiheit zu überprüfen.

Zu Deutsch: Nach jeder neuen SAP-Version muss getestet werden, ob alle Funktionen im SAP-System der Unternehmen nach wir vor richtig funktionieren. Ich erarbeite vollautomatische Testskripte, die alle möglichen Aktionen im SAP einmal durchspielen (Beispielsweise das Anlegen eines neuen Kunden in den Stammdaten, das Ausliefern einer Bestellung, usw.). Am Ende soll das ganze dazu führen, dass man nur noch auf einen Knopf drücken braucht und sofort erkennbar ist, ob die Software weiterhin fehlerfrei funktioniert oder nicht. Natürlich soll das ganze auf jedem beliebigem SAP-System der Welt verwendbar sein, damit nebenbei nicht nur Kosten gesenkt (mal eine ganz neue Idee!), sondern auch Umsatz generiert werden kann.

Genug gelangweilt! Gleich nach der Arbeit ging es diese Woche entweder ins Fitnessstudio, zum Fußball spielen oder auf den Tennisplatz. Vor allem das Tennisspielen war für Zuschauer eine kleine Attraktion, denn schließlich habe ich noch nie zuvor Tennis gespielt…. Sagen wir einfach mal, dass es einfacher aussieht als es tatsächlich ist…


Bastian und ich haben uns trotzdem fürs nächste Jahr vorgenommen Jan. B. im Tennis zu schlagen, Sören beim Fußball alt aussehen zu lassen und Witas beim Armdrücken zu besiegen! Mal gucken, ob etwas davon klappt…

Prima war auch das allwöchentliche Bowlen (Donnerstags kostet ein Spiel und ein Bud je nur $1.00). Eine hohe Punktzahl ist also nebensache. Hauptsache die Kugeln landen auf der richtigen Bahn und irgendwas fällt um....

Anschließend ging’s ins WildWings, ein Rock Cafe mit exzellenter Liveband und Karaoke. Putzig war hier vor allem ein ehemaliger Fußballspierle von Aachen, der im Piratenkostüm lustige Perlenketten mit roten Glitzeranhängern verteilt hat. So etwas kommt bei dem alternativen Publikum natürlich super an. Zu seinem Glück hat er nebenbei Captain Morgan for free verschenkt, so dass er von der Meute vorerst nicht kielgeholt wurde…

1 Kommentar 18.10.06 05:06, kommentieren

Wochenende 14. - 16. Oktober

Freitag:

Der Freitagabend begann mit einer Odyssee im Auto und zu Fuß durch Atlanta Downtown auf der Suche nach dem geheimen Konzert von „The Roots“. Nach vielen Irrwegen und Enttäuschungen ist unsere kleine Studentengruppe schließlich zu dem Entschluss gelangt, dass es keinen Sinn mehr macht weiterzusuchen.

Deshalb beschlossen wir einen der Wolkenkratzer, die für Touris geöffnet haben zu besteigen. Vor dem Fahrstuhl in das vermeintliche Wolkenschloss befand sich eine Rezeption, dahinter sitzend eine seriös wirkende Amerikanerin im Kostüm, neben ihr ein großer, breiter Polizist, der lachend mit ihr quatschte.

Ohne mit der Wimper zu zucken verlangte die freundliche Frau von jedem von uns $8.00 für die Benutzung des Fahrstuhls, der uns die über 220 Meter hinauftransportieren sollte! ACHT DOLLAR nur fürs hochfahren!

Das war uns armen Studenten in dem Moment viel zuviel. Als uns aber 5 Minuten später das Hardrockcafe gegenüber androhte, dass erst in ca.60 Minuten genügend Sitzplätze für uns als Gruppe frei werden würden, waren wir zu allem bereit, um aus dem Abend wenigstens noch irgendetwas zu machen. Sogar $8.00 für einen Blick über die City schien auf einmal das reinste Schnäppchen zu sein. Also gingen wir wieder zurück in den Tower zu der besagten Rezeption. Zu unserer großen Verwunderung war weder von der guten Frau, noch dem Cop etwas zu sehen. Betrüger? Oder hatten die beiden einfach besseres zu tun? Wir werden es wohl leider nie erfahren…

So stiegen wir in den Fahrstuhl, fuhren dutzende Etagen außen am Gebäude hoch und bewunderten eine ganze Zeit lang das herrliche Panorama, dass Atlanta bei Nacht aus gefühlten 500 Metern bot. Hilfreich zum Zeitvertreib waren auch die rundherum angebrachten Ferngläser, mit denen es möglich gewesen sein soll, selbst kleinste Details in Fenstern gegenüberliegender Wolkenkratzer zu erkennen […]

Von oben fällt gar nicht auf, dass Downtown abends so gut wie ausgestorben ist und alle 50 Meter ein Cop patrolliert!

Anschließend haben wir den Abend gemeinsam im Hooters um die Ecke für ein paar Bierchen ausklingen gelassen, woran die Mädels offenbar weniger Spaß daran fanden als die männlichen Kollegen.

Samstag:

Der nächste Morgen machte das geplante Aufstehen zunichte, denn Andreas, Marc und ich hatten eine Wanderung auf den Stoney Mountain geplant. Den größten Granitfelsen der USA.

Hier ein paar Bilder

Nach dem wandern haben wir uns „kurz“ auf einer angrenzenden Liegewiese ein Nickerchen gegönnt. Als ich aufwachte machte ich Dr. Soldberg alle Ehre. Und das Mitten im Oktober… :P

Die geplante Rückfahrt am späten Nachmittag endete vorerst in einer kleinen Gaststädte mit eigener Bäckerei, deutschem Ursprungs, wo gerade auf offener Strasse Oktoberfest gefeiert.

Facts:

Eine liebevoll gestaltete Show traditioneller deutscher Volkstänze von 50-60 Jährigen
Das Publikum bestand aus weniger Personen als die Tanzgruppe
Spatenbier wurde in Weizengläsern ausgeschenkt
Weihensteffandafür in Pilsgläsern (laut Karte Weinstefan)

In dem Gebäude neben der Bayrischen und Deutschen Flagge, eine Reichskriegsflagge

Alles in allem noch mal ein paar schöne Stunden, in denen ich viel über die USA, aber auch meine Heimat gelernt habe.Neben dem spektakulärem Plattlern in Synthetik-Hosen und dem Müllertanz mit Schlumpfhüten war vor allem der westfälische Bauerntanz einen Blick wert. Was an tänzerischem Können unseren Bayern Andreas zur Weißglut getrieben hat, machte die Truppe durch ihre liebenswürdige Art mehr als wett. Am Ende tanzten alle zusammen (also auch die Gäste) den Ententanz. Da sich das ganze direkt an einer Durchgangsstraße an helllichtem Tage abspielte hatte auch der angrenzende Verkehr noch etwas davon.

Kaum zurück in der Wohnung, stand auch schon der Besuch des 1150 an, einem noblem Club in dem Amusement-Viertel Buckhead. Schon vorher rätselten einige wie der Club zu diesem seltsamen Namen kam.

Wenn man bedenkt, dass in ATL jede 2. Strasse entweder „Peachtree-Boulevard, Peachtree-Street, Peachtree-Drive, Peachtree-Avenue, New Peachtree-Boulevard, Peachtree-Industiral-Boulevard, oder ähnlich heißt, umliegende Gebirge Namen wie Stoney Mountain oder Rocky Mountain (ok, die sind etwas weiter weg, aber trotzdem!) tragen und unsere Lieblingsbedienung im Hooters blond ist und sich selbst Barbie nennt, ahnt man, dass das Einfallsreichtum der Amis bei der Namensgebung gewissen Grenzen unterliegt.

Vermutlich wisst ihr jetzt schon warum der Club 1150 heißt!? Falls nicht hier ein kleiner Tipp: Es hat etwas mit der Hausnummer zu tun. Direkt gegenüber lag übrigens ein Club mit dem schönen Namen 1135! :D

Dafür konnte der Club an sich mehr als überzeugen. Hier nur die Highlights:

Außenareal mit Sofas, Pool, DJ und überdachten Logen.

Ein Afro-Americaner auf den Örtlichkeiten, der jedem nach erfolgreichem Geschäft den Wasserhahn aufdreht, Seife auf die Handflächen gibt, mit einem Pinsel imaginäre Schuppen von den Schultern pinselt und anschließend Trockentücher reicht…. Und ich dachte schon, dass der Walmart krass sei, wo einem beim betreten ein Einkaufswagen angereicht und beim bezahlen an der Kasse, der Einkauf komplett eingetütet wird…

Langsam wird klar, weshalb die USA eine deutlich niedrigere Arbeitslosenquote haben, als z.B. Deutschland.

Abgesehen davon war der Club geprägt von seinen 2 Animateusen, die die ganze Zeit durchgängig auf Lautsprechern stehend vor sich hin wackelten, seiner supereleganten theater-gleichen Architektur und wildem Gefeiere der Masse. Die Amis feiern nur zwischen 0 und 3 Uhr in den Clubs, aber wenn dann richtig! Die Musik variierte zwischen chilligem House und Trance. Leider sehr monoton. Witzig waren allerdings die Einlagen des Publikums: Es wurde phasenweise zu House geklatscht als würden gerade die Wildecker Herzbuben trällern. Kaum zu fassen, aber wahr! Zwischenzeitlich musste ich wieder an die illustre Tanzgruppe von der Deutschen Bäckerei denken… Einige Gemeinsamkeiten scheint es doch zwischen Amerikanern und Deutschen zu geben….


Sonntag:

Schlafen, erholen, telefonieren, Basketball spielen.

1 Kommentar 18.10.06 07:11, kommentieren

17. October 2006 / Shooting Range

An diesem Dienstagabend sind Andreas, Stefan und Marc (2 Bayern und ein Franke, aber trotzdem alles gute Siemens-Kollegen) und ich zusammen zu einer so genannten Shooting Range gefahren. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung, bei der man mit Waffen jeglicher Art auf einem eigenem Schießstand rumballern kann oder sich einfach nur mit neuen Waffen eindeckt. Soetwas gibt es hier in Georgia ungefähr so häufig wie in Ostwestfalen-Lippe McDonalds. Wie abgesprochen haben wir uns voher mit schwarzen Anzüge, Kravatten und Sonnenbrillen stilecht angezogen.... Wenn man hier drüben etwas lernen kann, dann das eine gute Show die halbe Miete ist...

Wir wurden von einem grauhaarigen Opa, der über seinem runden Schmierbauch ein abgewaschenes rotes T-Shirt trug, empfangen. In seiner Blue-Jeans stecke ein scharfer Colt. Die ganze Ladenfläche bestand aus Waffenhaltern und Vitrinen. Die meisten freizugänglich und nicht gesichert. Selbstbedienung vorprogrammiert… Einfache Pistolen bekommt man schon ab ca. $400.00. Eine unbenutzte Kalaschnikow kostet $680.00 . Die reinsten Schnäppchen wenn man bedenkt, dass ein Nachbar gestern von 3 Schwarzen mit Pistolen überfallen wurde. Schüsse sind auch gefallen. Und das hier mitten in unserem Yuppie-Viertel. So langsam verstehe ich warum sich die Amis dagegen wehren ihre Waffen abzugeben: Nicht weil einfach jeder eine hat! NEIN, die haben alle MINDESTENS eine!

Nach einer 95 sekündigen Einführung wurden wir mit einer Walther P99 (9mm) und 2 Schachteln voll mit Patronen auch schon auf unseren Schießstand losgelassen. Der nette Vietnam-Veteranen (in den 80ern auch aktiv als Personenschützer in Mittel-, und Südamerika, Bezahlung pro Überlebendem…) wies uns freundlich darauf hin, dass wir uns einfach melden sollen, wenn wir noch was wissen wollten… Falls wir irgendwelche anderen Colts oder Revolver haben wollten, kein Problem. Auf der Suche nach unserer Shooting Lane haben wir uns prompt ins Lager verlaufen (natürlich nicht gekennzeichnet und unverschlossen.... ^^)

Nachdem wir 4 Studenten und Kriegsdienstverweigerer herausgefunden hatten wo unsere Lane sich versteckt hatte und wie man diese kleinen Patronen in diese verdammt unpraktischen Magazine bekommt, konnte der Spass losgehen. Die Walther wurde schnell langweilig und so wurde auf einen 1911 Colt umgestiegen. Wesentlich handlicher als die Walther. Allerdings auch mit $1000.00 recht teuer. Geendet hat das Vergnügen dann mit einer 44er Magnum. Das Ding ist ein regelrechter Raketenwerfer! Beim Abdrücken hört man einfach nur BUUUUUUUUUUUUUUUUUUM und spürt wie einem die Arme ruckartig hochgerissen werden. Präzision interessiert niemanden, der mit so einem Monster schießt.
Knapp 2 Stunden und viel Adrenalin später hat der Laden leider auch schon dicht gemacht. Auf der Rechnung standen für jeden gut $30.00.

Donnerstags ist immer „Ladies Night“ in der Shooting Range in der Peachtree Industial Street. Das bedeutet Frauen dürfen den ganzen Abend umsonst schießen! Auch eigene Maschinengewehre (M60 & Co. Dürfen gerne mitgebracht werden).

Alles in allem haben wir ganz schön gestaunt, wie leichtfertig mit Waffen in diesem Land umgegangen wird. Die M4, AK47, UZIs, Remmingtons usw. konnte man übrigens gegen hinhalten seiner Kreditkarte gleich mitnehmen... Wirklich total verrückt! Ich bin heilfroh, dass das Zuhause in Deutschland anders gehandhabt wird!

Einmal auf einer Shooting Range Krach machen, ist unter dem Strich trotzdem eine tolle Erfahrung und empfehlenswert für jeden der so was noch nicht gemacht hat, aber die Gelegenheit dazu bekommt. Regelmäßig braucht das allerdings keiner (oder ein Gang zum Psychologen sollte in Erwägung gezogen werden… Wir werden höchstens kurz vor dem Heimflug noch einmal vorbeischauen...

Aus pädagogischen Gründen wird an dieser Stelle auf Bildmaterial verzichtet!

24.10.06 05:01, kommentieren

Donnerstag, Tatort: Philips-Arena


Atlanta Trashers vs. Washington Capitals

Wenn man im Stadion sitzt, ist Icehockey definitiv spannender als im Fernsehen. Der Puck lässt sich live problemlos verfolgen. Die Veranstalter boten eine bombastische Show bei der sich sogar die Bundesliga das ein oder andere abschauen könnte: Pyroeffekte, Videoeinblendungen & Comedy machten aus der Sportveranstaltung eine regelrechte Unterhaltungsshow. Obwohl die Phillips-Arena nur halb voll war, haben die Fans für eine gute Stimmung gesorgt.

Den Spielverlauf peitschte die Stimmung der Fans stetig weiter an. Zuerst lagen die Trashers 2:0 glücklich vorne, dann holten die Capitals verdienter Maßen nach und nach auf und konnten das Spiel sogar zwischenzeitig zu einem 2:3 drehen. Doch ab der Führung bauten die Capitals zunehmends ab. Viele Fouls verhinderten eine Reihe von Chancen der Trashers. Aufgrund der vielen Zeitstrafen wurde auch schon mal 4 vs. 3 gespielt. Natürlich wurde das Powerplay jedes Mal von Stadionsprecher mit Anfeuerungen, stimmungsvoller Musik und dem ewig gleichem Sprechchören der Fans „Let’s go Trashers, let’s go!“ bestialisch inszeniert. Die Lautsprecher unter dem Hallendach suchen ihresgleichen! Das Maskottchen, vermutlich eine Vogelartige Kreatur tobte durch die Tribünen und die Knutschkammera sorgte für viele Lacher. Vor allem als 5x hintereinander das gleiche "Pärchen" ins Visier genommen wurde, das partout nichts miteinander anfangen wollte und sich jedes mal sträubten, nur um dann 30 Sekunden später wieder groß auf allen Bildschirmen inmitten eines Roten Herzens gezeigt zu werden. Alle anderen "Opfer" ließen sich nicht lange bitten und gaben der Meute, was sie sehen wollte. Hier zeigte sich vor allem die ältere Generation besonders engagiert. Zum Abschluss dieser kleinen Einlage geriet dann die Ersatzbank der Capitols in den Sucher der Kamera …


Die coolste Aktion war aber das Einspielen von Szenen aus Braveheart auf den riesigen Video-Leinwäden. Das Kampfgeschrei dröhnte durch die Phillips-Arena als sei man mitten auf dem Schlachtfeld dabei gewesen. Abwechselnd wurden nun die tapferen Schotten mit ihrer blauen Kriegsbemalung, wie sie der britischen Armee trotzend entgegenjohlten und anschließend die Südkurve der Trashers (auch „Blues“ genannt, farblich also perfekt!) mit ähnlichem Gebären gezeigt. Zeitweise bedurfte es einer kurzen Überlegung, ob einem da nun die Schotten oder die Amis auf den Videowänden entgegenbrüllen. Das war ein Höllenlärm! Vor dem Bully hat dann Mel Gibson noch kurz seine Truppen zur Schlacht geordnet. Eine sehr geile Aktion, die Stimmung war der Wahnsinn!

Um das Spiel perfekt zu machen haben die Trashers dann kurz vor Ende noch den verdienten Ausgleich zum 3:3 erzielt. Nach der anschließenden Verlängerung wurde dann das Penalty schießen souverän mit 3:0 gewonnen! Die Fans hat’s gefreut und es wurde selbst bei der Rückfahrt im Zug noch weiter gefeiert… Alles in allem bin ich von Icehockey positiv überrascht. Hätte nicht gedacht, dass das so spannend sein kann. Aber bei einem Preis von $60 pro Karte überlege ich mir doch wann ich da noch mal hin muss. Als nächstes ist erst mal NBA angesagt...

1 Kommentar 29.10.06 23:07, kommentieren

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